Gold, Silber, Platin, Palladium zählen zu Rohstoffen der Gruppe Edelmetalle. EM Global Service AG hat sich auf die Verwaltung von Rohstoffen spezialisiert. Diskussionsbeitrag von Niels Haake, Verwaltungsrat EM Global Service AG, Lichtenstein.

Metalle und seltene Erde

Das Geschäft und der Aufwand, Anteile von seltenen Rohstoffen aus dem Schrott zu extrahieren, lohnen. Bei Metallen von seltenen Erden liegt die Recyclingquote fast bei null; technologisch ist die Branche noch nicht so weit, diese kleinsten Mengen herauszulösen.

Ulrich Bock von der EM Global Service AG betont, dass eine Tonne Handy-Schrott etwa 50-mal so viel Gold enthält wie eine Tonne Goldgestein aus den besten Minen Südafrikas. Durch Importware aus Fernost kommen zugleich große Mengen von wertvollen Metallen quasi als Beipack ins Land. Diese können nach Gebrauch auch wieder recycelt werden. Die Aurubis AG in Lünen/Westfalen bspw. wächst dadurch kontinuierlich. Mittlerweile ist sie Weltmarktführer bei der Buntmetallaufbereitung geworden. Neben Kupfer werden noch über 130 verschiedene Schrottsorten verarbeitet. Kupfer hat mit 56% einen sehr hohen Recyclinggrad. Der industrielle Bedarf des Landes wird damit zu einem Drittel gedeckt. Recycling ist wichtig. Das wird daran deutlich, so Herr Bock, dass heute schon weniger Kupfer gefördert wird, als es Bedarf gibt.

Städtische Deponien lohnen für Rohstoffgewinnung – Urban Mining

Was bedeutet „Urban Mining“? Urban Mining ist mehr als Recycling, so Uli Bock, hier geht es um die schlummernden Deponien von großen Städten. Erstaunlicherweise lagert sehr viel Material, das schon lange vor der Müllverbrennung entsorgt wurde. In Ballungsregionen waren nach einer Studie im Jahr 2000 insgesamt 14,8 Milliarden Tonnen Eisen, 504 Millionen Tonnen Aluminium, 311 Millionen Tonnen Kupfer und 205 Millionen Tonnen Zink im Umlauf. Man kann davon ausgehen, dass bei Metallen, wie Eisen und Kupfer, bis zu einem Drittel der weltweit benötigten Mengen wiedergewonnen werden können. Richtig effektiv wird Urban Mining, wenn es eine längerfristige Strategie über mehrere Dekaden gibt. Rohstoffbestandteile bei Gebäuden sollten bereits beim Bau dokumentiert werden. Dann können diese bei Abriss gezielt wiederverwendet werden. Seit März 2011 hat sich ein Urban-Mining-Verein gegründet. Jährlich gibt es Fachkongresse, und Preise werden verliehen.

Weiterbildungsmöglichkeiten im Hochschulbereich sind möglich. Es geht um die künftige Entsorgung von Solarmodulen, Windenergieeinrichtungen, Batterien aus Elektromobilität. Das Ganze steckt allerdings noch in den „Kinderschuhen“, gibt Herr Bock zu bedenken, und die Frage nach dem Rohstoffpreis wird entscheiden, ob aus den Deponien ein richtiger Industriezweig wird.

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